Deutsche Kaffeeröstereien spielen eine wichtige wirtschaftliche Rolle, denn Deutschland ist laut Kaffee-Verband der drittgrößte Kaffee-Verbrauchermarkt der Welt, nach den USA und Brasilien. Im Jahr 2009 wurden in Deutschland 407.000 Tonnen Röstkaffee abgesetzt, von denen der meiste in Deutschland geröstet wurde. Eine kleine Gruppe von Großröstereien beherrscht mit 85 Prozent diesen Markt. Daneben gibt es eine große Zahl kleiner und regionaler Röstereien. Die größten Röstereien befinden sich in bzw. um Hamburg und Bremen. Hamburg ist weltweit der dominierende Kaffee-Importhafen. Für den deutschen Fiskus bietet der hoch mit Abgaben belegte Kaffee eine hervorragende Einahmequelle, die jährlich rund 1 Milliarde Euro einbringt.
Das Hauptprodukt mit rund 80 Prozent Marktanteil ist in Deutschland trotz des “Espressobooms” der Filterkaffee. Deutsche Kaffeeröstereien bevorzugen eine beschleunigte kontinentale (doppelte) Röstung bei hohen Temperaturen. Deshalb gilt allgemein deutscher Kaffee als bitter im Vergleich zur Wiener Röstung und vor allem zur Amerikanischen Röstung. Der Anteil an wirklich mildem Kaffee ist relativ gering.
Der größte deutsche Kaffeeröster ist Tchibo (mit Eduscho) in Hamburg, der ein eigenes Vertriebssystem unterhält. Auf Rang zwei liegt die Bremer Jacobs Gruppe mit den Marken HAG und Onko, die zur amerikanischen Kraft Foods Inc. gehört, aber eine eigenständige Markenpolitik pflegt. Tchibo und Jacobs halten zusammen einen Marktanteil von über 40 Prozent in Deutschland, sind aber auch international aktiv. Vier weitere Großröster haben zusammen ebenfalls noch mal über 40 Prozent: Dallmayr, die Darboven Gruppe mit den Marken Idee, Mövenpick, Eilles, Café Intención und Alberto, Melitta sowie Aldi mit den Marken Markus Gold (Aldi Nord) und Amaroy (Aldi Süd).
nteressant erscheint, dass deutsche Kaffeeröstereien inzwischen doppelt so viele italienische Röstungen produzieren, wie aus dem Mutterland des Espresso importiert werden.